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11.23 Uhr 2x 30 MINUTEN Dachte erst Domian Das ist kunst Der Zuhörer Emilienstraße Hamburg Jude Kiosk richtige Zielgruppe screenshot Spiegel U-Bahn U-Domian Verena Töpper verkauft heimlich dope würde hingehen Zeugen Jehovas Pr0n Zuhör-Kiosk

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Feb 13, 2018 - 20:06 by Eisenwampe

Comments: 74

Feb 13, 2018 - 20:08 by Sturmvogel
Sowas finde ich schön, wenn man einfach sich mit Menschen Unterhalten kann die sich auch Zeit nehmen und wirklich einem zuhören. So etwas gibt es leider viel zu selten. Wäre ganz schön wenn er keine Miete auf den Stand zahlen muss, da er ja eigentlich etwas gutes für die Gesellschaft macht.
Feb 13, 2018 - 20:11 by Eisenwampe
Ich muss immer an diesen obligatoren Hausmeister denken, der dort nur fegt. Den niemand so richtig wahrnimmt, der aber seinerseits jeden Tag soviele Menschen und Dinge sieht. Der könnte einem bestimmt die tollsten Sachen erzählen
Feb 13, 2018 - 20:11 by Eisenwampe
*obligatorischen
Feb 13, 2018 - 20:15 by Sturmvogel
Ich mag es bei mir auf der Arbeit wenn man sich einfach mal mit dem Kunden unterhalten kann und so viele Interessante Geschichten zu hören bekommt, besonders bei älteren Mitmenschen.
Feb 13, 2018 - 20:21 by gornogon
Bin Sektionsassistent und ziemlich froh das meine Kunden die fresse halten ...
Feb 13, 2018 - 20:28 by Kurisu
Bin mir sicher das beruht auf Gegenseitigkeit ;-)
Feb 13, 2018 - 20:23 by Sturmvogel
Ach ja, da wir es gerade von etwas gutem für die Gesellschaft machen haben.

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winter5

Einen Guten
Feb 13, 2018 - 20:15 by LaisSoldat
Deswegen liebe ich Berufsleben-OC, gerade von Berufen, die ich persönlich nie machen würde.
Feb 13, 2018 - 20:14 by PutzeHierNur
Hallo
Feb 13, 2018 - 22:40 by Pensi111elf1eins
Ja, wer kennt sie nicht, die Geschichten von den Hausmeistern. Kafka, Schiller oder Shakespeare.
Das ist so weit von der Realität entfernt, wie der edle Wilde. Unrealistische Verklärung.
Feb 14, 2018 - 07:04 by Eisenwampe
Ich rede von Lebenserfahrung .,.nicht von romantichen Possenopern
Feb 13, 2018 - 21:09 by derwold
falls er deutsch kann schon.
Feb 14, 2018 - 11:25 by Peterprinzip
Ist bei Paketboten nicht anders.
Feb 13, 2018 - 21:11 by Schlan
Fände ich auch schön, wenn er keine Miete zahlen müsste, weil er was gutes für die Gesellschaft tut. Aber so Funktioniert das leider nicht.

Ich bin in einer Freiwilligen Feuerwehr. Wenn jemand früher 'nen Baum auf seinem Grundstück loswerden wollte, haben wir das für'n Kasten Bier getan. Dürfen wir jetzt aber nicht mehr, weil wir keine Konkurrenz zu Landschaftsgärtner darstellen dürfen. Wir müssten mindestens so viel Geld nehmen wie professionelle Baumfäller.
Feb 13, 2018 - 21:36 by gfysb
is ja eigentlich auch ganz in Ordnung. Stell dir vor du wärst Landschaftsgärtner und die Feuerwehr klaut deinen Job.
Feb 13, 2018 - 21:47 by Schlan
Stell dir vor; die Freiwillige Feuerwehr hat das schon immer überall getan.

Es nervt mich sehr, dass Leute in einen Mark einsteigen, der schon gesättigt ist und dann jene verklagen, die das Produkt oder die Dienstleistung kostenlos zur Verfügung stellen.

Der Deutsche Wetterdienst darf seine Dienste ja auch nicht mehr Kostenlos zur Verfügung stellen, weil eine private Firma den Deutschen Wetterdienst als Konkurrenten ansieht (hätte man ja auch NIEMALS erahnen können, als man einen privaten Wetterdienst gründete). http://pr0gramm.com/new/2234546

Jetzt muss der DWD zusätzlich zu den Steuergeldern noch Mal Geld nehmen.
Feb 13, 2018 - 22:13 by gfysb
ist ein schwieriges thema definitiv. ich hab vornehmlich die seite erlebt in der die privatwirtschaft von öffentlichen Unternehmen "aufgesaugt" wurde, wie es im Gesetz so schön heißt. Dass das in die andere Richtung auch funktioniert ist klar..
Feb 13, 2018 - 22:16 by CopyPastaMan
Das ist viel zu antikapitalistisch. Wie soll denn so unsere Wirtschaft wachsen, wenn ihr Dienstleistungen einfach umsonst anbietet. Davon hat doch niemand etwas. Ohne Wettbewerb keine Innovationen.
Feb 13, 2018 - 21:47 by Atlas
Könnte mir vorstellen das ein Landschaftsgärtner gerne weniger schwere Gerätschaften für sowas vorhalten würde und lieber andere Dinge tut. Und die Jungs von der Feuerwehr haben eher Spaß daran sowas abzureißen mit derem schwerem Gerät... Aber wer bin ich schon - ich schreibe Code und gestalte Dinge.
Feb 13, 2018 - 20:14 by Bebbe
Ich fände ne Spendenaktion für die Finanzierung der Miete Klasse, kennt sich jemand mit so etwas aus?
Feb 13, 2018 - 20:20 by HAAlsOb
Geh hin und gib ihm nen Fuffi.
Alternativ kannste auch mir das Geld überweisen und ich mache das für dich.
Würde das zur Not auch Filmen und hochladen wenn du damit happy bist.
Feb 13, 2018 - 20:35 by MagstDuMichAuch
Habe vor ein paar Tagen davon gehört und mir fallen so viele Fragen ein, die ich ihm gern stellen würde. Daraus ggf. ein Interview machen und darüber Einnahmen für ihn generieren.
Feb 13, 2018 - 20:38 by DiplomFiqq0r
Was hindert dich?
Feb 13, 2018 - 20:42 by MagstDuMichAuch
Schon mal nach draußen geguckt? Da sind Menschen!
Feb 13, 2018 - 20:43 by DiplomFiqq0r
Mein Keller hat keine Fenster. Ich weiß nicht was mich da draußen erwarten würde.
Aber danke für die Warnung.
Feb 13, 2018 - 20:57 by Wortpirat
Naja ich schätze einfach mal wer so ne Idee hat kann es sich auch leisten.
Feb 13, 2018 - 21:36 by Prester
du magst bestimmt den kapitalismus und dir fällt warscheinlich kein zusammenhang zwischen steigendem leistungsdruck und sinkender freizeit ein.

und irgendein anderer von euch lesern hat mich beidem wort kapitalismus schon direkt als kommunist oder gleich als linke zecke einsortiert ohne noch eine sekunde über den inhalt meiner worte nachzudenken.

und die gleiche person ist warscheinlich noch Stumvogels meinung, dass leute sich mehr zeit nehmen sollten aber hat keine 5 sekunden um über meinen post nachzudenken.

ich hasse die gesellschaft. in allen formen.
Feb 13, 2018 - 21:45 by Streptokokke
Groß- und Kleinschreibung ist auch was für Kommunisten.

Schwer vorstellbar, dass jemandem nicht klar sein sollte, dass steigender Leistungsdruck zu sinkender Freizeit führt. Darüber muss man nun auch nicht mehr als fünf Sekunden nachdenken.
Feb 13, 2018 - 22:07 by Prester
wünschst du dir mehr menschen wie den typen, über dem im upload gesprochen wird?
Feb 13, 2018 - 22:11 by Streptokokke
Nein.
Feb 13, 2018 - 22:23 by Prester
dann hab ich dich gar nicht angesprochen. was dich trotzdem nicht abgehalten hat einen kommentar zu verfassen der außer dem ziel mich zu triggern keinen konstruktiven beitrag zu irgendwas leistet.

"ja du doch auch nicht"

fick dich, bye, nächster möchtegern bitte
Feb 13, 2018 - 20:21 by MrCancer
Ich gebe ihm 3 Wochen bis irgendwelche Dreckskanacken ihn ihn bepöbeln und überfallen in der Hoffnung auf Geld.
Feb 13, 2018 - 23:31 by P71
Man muss sich mal überlegen, wie viele Menschen man am Tag in seiner Nähe hat, wenn man einfach nur den Bus zur Arbeit nimmt. Da sind ganz sicher einige dabei, mit denen man mal für einige Minuten reden könnte.

Heute bekam ich eine Rückenmassage. Die Dame, die mich massiert hat, war recht sportlich. Ich hingegen tue absolut nichts. Würden wir uns im Bus gegenüber sitzen, kämen wir wohl niemals ins Gespräch. Man sitzt da und das wars.
Durch die Massage gab es einen Anlass zum Reden und wir haben eine nette kleine Unterhaltung geführt. Zwei fremde Menschen hatten nun für 15 Minuten einen Gesprächspartner für ein paar kleine Themen. Ist doch ganz nett.
Doch in dieser Gesellschaft ist es nicht selbstverständlich, dass man spontan mit einem Fremden redet. Meist braucht es irgendeinen Anlass dazu.

Vor einigen Monaten sprachen mich an der Bushaltestelle zwei Touristen an und fragten, ob sie den Fahrplan richtig gelesen haben. Danach haben sie wieder miteinander geredet und ich habe gefragt, ob das Schwedisch war. Dadurch, dass ich ihre Sprache erkannt habe, kamen wir uns Gespräch und die nächsten 30 Minuten hatten wir auf der gesamten Busfahrt eine interessante Unterhaltung. Und das, obwohl wir uns nicht kannten. Sobald es einen Anlass gibt, ist das Eis gebrochen.
Der Herr in der U-Bahnstation bricht diese Regel und fordert keinen Anlass. Die Leute können einfach losreden. Und das tut wohl gut.

Du und ich, wir beide saßen uns heute vielleicht im Bus gegenüber. Hätte ich dir das gesagt, was in diesem Kommentar steht, hättest du dich wohl weggesetzt.
Feb 13, 2018 - 20:25 by Quercus
hab dir leider nicht zugehört, bin zu beschäftigt.
Feb 13, 2018 - 20:27 by immerschonhier
Kau mir kein Ohr ab.
Feb 14, 2018 - 18:42 by Recold
Bis die Gestörten Penner kommen.
Feb 13, 2018 - 20:31 by Bateleur
Findet er schön
Feb 13, 2018 - 20:13 by RoeGi
Ne finde der sollte das doppelte Zahlen und dafür muss jeder der ihm was erzählen will was zahlen sonst stehen da nurnoch zigeuner is immer so wenn irgendwas gratis is lel.
Feb 13, 2018 - 20:16 by gwambadauhu
dann funktioniert das aber nicht mehr
Feb 13, 2018 - 20:17 by RoeGi
Warum gibt anscheinend nen Markt dafür.
Feb 13, 2018 - 20:24 by gwambadauhu
Ich glaube eher dass das ganze dann zu einer seelsorge wird aber der kerl keine interessanten geschichten wildfremder mehr zu hören bekommt
Feb 13, 2018 - 20:06 by Eisenwampe
Soße: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/hamburg-mann-eroeffnet-zuhoer-kiosk-in-u-bahnstation-a-1192199.html
Feb 13, 2018 - 20:15 by Greenfag
Kopierst du uns bitte auch den Text? Habe keine Lust auf Spiegel Anti-Addblocker bla bla usw. - und will ihnen auch nicht durch meinen Klick Werbeeinnahmen verschaffen.
Feb 13, 2018 - 20:17 by Eisenwampe
Benutz UBlock Origin. Keine Probleme mehr

Einmal ist ihm ein Ohr auf die Gleise geflattert. Da musste der U-Bahnverkehr kurz unterbrochen werden. Christoph Busch hat auf allen vier Seiten seines Kiosks Plakate mit Ohren angebracht. Gezeichnete Ohren, geschriebene Ohren. "Ich höre Ihnen zu. Jetzt gleich oder ein anderes Mal", steht daneben.

Der 71-Jährige hat den Kiosk in der Hamburger U-Bahnstation Emilienstraße gemietet, um sich Geschichten erzählen zu lassen. Von Menschen, die zufällig vorbeikommen. Von Menschen, die sonst niemanden zum Zuhören haben.

So wie Elfriede K., 68. Nur mit Mühe hat sie es mit ihrem Rollator in die U-Bahnstation geschafft. Der Aufzug ist kaputt. Sie sorgt sich jetzt schon darum, wie sie wohl wieder hinaufkommt. Busch sagt, sie solle sich keine Sorgen machen, er helfe ihr.

Die alte Dame hat ihn schon am Vortag besucht. Aber da sei sie nur bis zu ihrem 17. Lebensjahr gekommen, sagt sie. "Und das waren nur die Eckdaten, die Geschichten kommen erst noch!" Es klingt ein bisschen wie eine Drohung.
Fotostrecke

10 Bilder
Zuhör-Kiosk: Der Mann im Glaskasten

Vor fünf Wochen hat Busch seinen Zuhör-Kiosk eröffnet. Und seine erste Nachbesserung war die Anschaffung einer Uhr. "Als Selbstschutz", wie er sagt: "Am Anfang hatte ich Angst, dass keiner kommt. Jetzt muss ich aufpassen, dass es nicht zu viel wird." Wenn jemand länger als eine Stunde rede, frage er ihn freundlich, ob er nicht ein anderes Mal wiederkomme wolle.

Busch ist kein Therapeut und auch kein Psychologe. Wer ihn googelt, stößt auf den schönen Satz: "studierte Jura, fuhr Taxi und verkaufte Antiquitäten". Er hat Hör- und Drehbücher geschrieben, zweimal war er für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Und Anfang der Neunzigerjahre schrieb er freiberuflich eine Artikelserie für die "taz": Er sprach fremde Menschen in Cafés an und ließ sich ihre Lebensgeschichten erzählen. Nach einem Dutzend Folgen war Schluss.

238 Euro Miete im Monat

Vielleicht ist es die Sehnsucht nach diesen Begegnungen, die ihn dazu gebracht hat, den Kiosk zu mieten. Die Gewissheit, dass es so viele Geschichte gibt, die in Vergessenheit geraten, obwohl sie es verdient hätten, erzählt zu werden. So genau kann er das selbst nicht erklären. "Ich bin hier so reingestolpert", sagt er.

Zwei Jahre ist es her, dass er zum ersten Mal ein "Zu vermieten"-Schild am Kiosk entdeckte und sich fragte: Ein Glaskasten mitten auf dem Bahnsteig - wäre das nicht ein famoses Büro? "Ich dachte, da kann ich schreiben und gucken. Arbeiten und gleichzeitig was erleben", sagt er. Aber der Glaskasten war schnell wieder mit Süßigkeiten und Getränken gefüllt. Und als das Schild nun wieder da hing, war für ihn klar: jetzt oder nie.

Er schaffte es, die Hochbahn von der Idee des Zuhör-Kiosks zu überzeugen und ihm einen Sonderpreis zu machen. 238 Euro Miete zahlt er jetzt pro Monat, mit Strom und Versicherung kommt er auf knapp 300 Euro. Sechs Monate geht der Vertrag, Verlängerung offen.

Die erste Monatsmiete konnte Busch durch eine Kulturförderung der Stadt sichern. Wie er die anderen fünf Raten finanzieren soll, weiß er nicht. Aber er sieht das locker: "Ich habe in meinem Leben viel ausprobiert, und es ist bisher immer gut gegangen." Eine Spendenaktion will er starten. Und irgendwann die Geschichten als Buch verkaufen. Mit Fotos.

"Ich unterschreibe alles"

Elfriede K. hat er am Vortag schon fotografiert. Da hat er aber die Einverständniserklärung vergessen. "Geben Sie her, ich unterschreibe alles!", sagt die alte Dame nun, als er ihr den Vordruck reicht. Sie sei schwer krank und habe nicht mehr lange zu leben, da sei eh schon alles egal. Sie lacht, während sie das sagt. Aber als Busch sie fragt, ob sie glücklich sei, verneint sie.

Die Glücklichen kommen nicht in den Kiosk.

Busch findet das schade. Er würde gern auch fröhliche Geschichten hören. Aber er will sich nicht beklagen. Schon jetzt habe er genug Material für ein ganzes Buch zusammen.

Er hat sich eine Tabelle vorgedruckt, um den Überblick über seine Gesprächspartner zu behalten: Name, Kontaktdaten, Themen.

Da ist die Mutter, deren Sohn mit der Bundeswehr in Afghanistan war und die ihm ein Bild mit Angela Merkel geschenkt hat. Die Frau, die sich mit einer U-Bahnfahrt von ihrer Klaustrophobie befreien wollte und mit dem Zug im Tunnel stecken blieb. Das Pärchen, das sich immer wieder trennt und liiert.

Frauen und Männer, Junge und Alte - seine Besucher seien bunt gemischt, sagt Busch. Von 9.30 Uhr bis 15 Uhr empfängt er Gäste. Dann muss er sich um seine Töchter kümmern. Die beiden sind noch klein, auf dem Spielplatz wird er immer für den Opa gehalten. Das stört ihn aber nicht. "Ich habe die richtige Liebe eben erst spät getroffen", sagt er und lächelt.

Die Erotik der Blicke

Busch hat ein gewinnendes Lächeln und eine Stimme, mit der sich gut Hörbücher vertonen lassen würden. Man würde ihm ohne Weiteres glauben, wenn er sich als Psychologe ausgäbe. Aber das will er gar nicht. "Ich glaube, es ist ein Vorteil, dass ich keinen professionellen Blick auf die Dinge habe. Ich hake nach, sage meine Meinung, unterbreche auch mal", sagt er. Viele seiner Besucher hätten schon einen Therapeuten. Und den wolle er gar nicht ersetzen.

Die Töchter haben ihm zwei Plüschtiere mitgegeben, sie sitzen auf dem Fenstersims hinter seinem Besucher-Klappstuhl. Sessel durfte er nicht aufstellen, wegen möglicher Feuergefahr. In der U-Bahnstation gelten strikte Regeln.

"Ehrlich gesagt hatte ich schon ein bisschen Angst, mich hier allein hinzusetzen", sagt Busch. "Untergrund ist doch irgendwie unheimlich." Aber er sei bisher weder angepöbelt noch beschimpft, sein Kiosk weder beschmiert noch beklebt worden. "Ich scheine da einen Nerv getroffen zu haben: Toll, endlich hört mal jemand zu! Das habe ich jetzt so oft gehört. Irgendwie haben wohl alle das Gefühl, dass im Leben niemand mehr zuhören mag."

Und auch über die, die nicht mit ihm reden wollen, könne er viel erzählen, sagt er: "Allein über die Erotik der Blicke könnte man ein Buch schreiben!" Da seien die, die beschämt weggucken. Die, die ihn böse fixieren. Und die Lächelnden. Buschs bisher schönste Erkenntnis: Die Freundlichen sind in der Mehrzahl.
Feb 13, 2018 - 20:26 by Greenfag
Danke. Und: ja, ich muss endlich von ABP umsteigen.
Feb 13, 2018 - 20:34 by Hugelol
Auch wenns blöd klingt: tu es. Ublock origin gibt dir das zurück was adblockplus dir genommen hat, die volle kontrolle.
Feb 13, 2018 - 22:16 by kampmann
Umatrix kann ich noch empfehlen. Kommen auch keine script mehr durch
Feb 13, 2018 - 22:17 by Hugelol
ich weiß nicht, mit umatrix bin ich noch nie klargekommen.
Feb 13, 2018 - 22:19 by kampmann
Ja am Anfang etwas nervig aber jetzt ist es super. Blockt mir überall zB facebook weg
Feb 13, 2018 - 22:22 by Hugelol
macht mein ublock auch.
ich denk das ist quasi das selbe, wobei mir ublock einsteigerfreundlicher vorkommt.
Feb 13, 2018 - 22:24 by kampmann
Gut möglich ja. Ich hab beides laufem
Feb 13, 2018 - 22:26 by Hugelol
ist das nicht contra?
block erst das eine und dann das andere?
oder beide gleichzeitig?
teilen die sich die aufgaben???
Feb 13, 2018 - 22:29 by kampmann
Gute Frage. Kann ich dir gar nicht sagen. Es läuft jedenfalls gut
Feb 13, 2018 - 22:30 by Hugelol
danke für diese sachliche diskusion.
Feb 13, 2018 - 22:34 by kampmann
Ebenso. Ich werde morgen mal probieren wie es sich auswirkt
Feb 13, 2018 - 20:17 by Apollo25
Anlaufstelle in U-Bahnstation
Der Zuhörer
Er hat einen Kiosk gemietet, obwohl er nichts verkaufen will. Christoph Busch wartet in einer Hamburger U-Bahnstation auf Menschen, die ihm etwas erzählen wollen. Vom Ansturm ist er selbst überrascht.

Einmal ist ihm ein Ohr auf die Gleise geflattert. Da musste der U-Bahnverkehr kurz unterbrochen werden. Christoph Busch hat auf allen vier Seiten seines Kiosks Plakate mit Ohren angebracht. Gezeichnete Ohren, geschriebene Ohren. "Ich höre Ihnen zu. Jetzt gleich oder ein anderes Mal", steht daneben.

Der 71-Jährige hat den Kiosk in der Hamburger U-Bahnstation Emilienstraße gemietet, um sich Geschichten erzählen zu lassen. Von Menschen, die zufällig vorbeikommen. Von Menschen, die sonst niemanden zum Zuhören haben.

So wie Elfriede K., 68. Nur mit Mühe hat sie es mit ihrem Rollator in die U-Bahnstation geschafft. Der Aufzug ist kaputt. Sie sorgt sich jetzt schon darum, wie sie wohl wieder hinaufkommt. Busch sagt, sie solle sich keine Sorgen machen, er helfe ihr.

Die alte Dame hat ihn schon am Vortag besucht. Aber da sei sie nur bis zu ihrem 17. Lebensjahr gekommen, sagt sie. "Und das waren nur die Eckdaten, die Geschichten kommen erst noch!" Es klingt ein bisschen wie eine Drohung.

Vor fünf Wochen hat Busch seinen Zuhör-Kiosk eröffnet. Und seine erste Nachbesserung war die Anschaffung einer Uhr. "Als Selbstschutz", wie er sagt: "Am Anfang hatte ich Angst, dass keiner kommt. Jetzt muss ich aufpassen, dass es nicht zu viel wird." Wenn jemand länger als eine Stunde rede, frage er ihn freundlich, ob er nicht ein anderes Mal wiederkomme wolle.

Busch ist kein Therapeut und auch kein Psychologe. Wer ihn googelt, stößt auf den schönen Satz: "studierte Jura, fuhr Taxi und verkaufte Antiquitäten". Er hat Hör- und Drehbücher geschrieben, zweimal war er für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Und Anfang der Neunzigerjahre schrieb er freiberuflich eine Artikelserie für die "taz": Er sprach fremde Menschen in Cafés an und ließ sich ihre Lebensgeschichten erzählen. Nach einem Dutzend Folgen war Schluss.

238 Euro Miete im Monat

Vielleicht ist es die Sehnsucht nach diesen Begegnungen, die ihn dazu gebracht hat, den Kiosk zu mieten. Die Gewissheit, dass es so viele Geschichte gibt, die in Vergessenheit geraten, obwohl sie es verdient hätten, erzählt zu werden. So genau kann er das selbst nicht erklären. "Ich bin hier so reingestolpert", sagt er.

Zwei Jahre ist es her, dass er zum ersten Mal ein "Zu vermieten"-Schild am Kiosk entdeckte und sich fragte: Ein Glaskasten mitten auf dem Bahnsteig - wäre das nicht ein famoses Büro? "Ich dachte, da kann ich schreiben und gucken. Arbeiten und gleichzeitig was erleben", sagt er. Aber der Glaskasten war schnell wieder mit Süßigkeiten und Getränken gefüllt. Und als das Schild nun wieder da hing, war für ihn klar: jetzt oder nie.

Er schaffte es, die Hochbahn von der Idee des Zuhör-Kiosks zu überzeugen und ihm einen Sonderpreis zu machen. 238 Euro Miete zahlt er jetzt pro Monat, mit Strom und Versicherung kommt er auf knapp 300 Euro. Sechs Monate geht der Vertrag, Verlängerung offen.

Die erste Monatsmiete konnte Busch durch eine Kulturförderung der Stadt sichern. Wie er die anderen fünf Raten finanzieren soll, weiß er nicht. Aber er sieht das locker: "Ich habe in meinem Leben viel ausprobiert, und es ist bisher immer gut gegangen." Eine Spendenaktion will er starten. Und irgendwann die Geschichten als Buch verkaufen. Mit Fotos.

"Ich unterschreibe alles"

Elfriede K. hat er am Vortag schon fotografiert. Da hat er aber die Einverständniserklärung vergessen. "Geben Sie her, ich unterschreibe alles!", sagt die alte Dame nun, als er ihr den Vordruck reicht. Sie sei schwer krank und habe nicht mehr lange zu leben, da sei eh schon alles egal. Sie lacht, während sie das sagt. Aber als Busch sie fragt, ob sie glücklich sei, verneint sie.

Die Glücklichen kommen nicht in den Kiosk.

Busch findet das schade. Er würde gern auch fröhliche Geschichten hören. Aber er will sich nicht beklagen. Schon jetzt habe er genug Material für ein ganzes Buch zusammen.

Er hat sich eine Tabelle vorgedruckt, um den Überblick über seine Gesprächspartner zu behalten: Name, Kontaktdaten, Themen.

Da ist die Mutter, deren Sohn mit der Bundeswehr in Afghanistan war und die ihm ein Bild mit Angela Merkel geschenkt hat. Die Frau, die sich mit einer U-Bahnfahrt von ihrer Klaustrophobie befreien wollte und mit dem Zug im Tunnel stecken blieb. Das Pärchen, das sich immer wieder trennt und liiert.

Frauen und Männer, Junge und Alte - seine Besucher seien bunt gemischt, sagt Busch. Von 9.30 Uhr bis 15 Uhr empfängt er Gäste. Dann muss er sich um seine Töchter kümmern. Die beiden sind noch klein, auf dem Spielplatz wird er immer für den Opa gehalten. Das stört ihn aber nicht. "Ich habe die richtige Liebe eben erst spät getroffen", sagt er und lächelt.

Die Erotik der Blicke

Busch hat ein gewinnendes Lächeln und eine Stimme, mit der sich gut Hörbücher vertonen lassen würden. Man würde ihm ohne Weiteres glauben, wenn er sich als Psychologe ausgäbe. Aber das will er gar nicht. "Ich glaube, es ist ein Vorteil, dass ich keinen professionellen Blick auf die Dinge habe. Ich hake nach, sage meine Meinung, unterbreche auch mal", sagt er. Viele seiner Besucher hätten schon einen Therapeuten. Und den wolle er gar nicht ersetzen.

Die Töchter haben ihm zwei Plüschtiere mitgegeben, sie sitzen auf dem Fenstersims hinter seinem Besucher-Klappstuhl. Sessel durfte er nicht aufstellen, wegen möglicher Feuergefahr. In der U-Bahnstation gelten strikte Regeln.

"Ehrlich gesagt hatte ich schon ein bisschen Angst, mich hier allein hinzusetzen", sagt Busch. "Untergrund ist doch irgendwie unheimlich." Aber er sei bisher weder angepöbelt noch beschimpft, sein Kiosk weder beschmiert noch beklebt worden. "Ich scheine da einen Nerv getroffen zu haben: Toll, endlich hört mal jemand zu! Das habe ich jetzt so oft gehört. Irgendwie haben wohl alle das Gefühl, dass im Leben niemand mehr zuhören mag."

Und auch über die, die nicht mit ihm reden wollen, könne er viel erzählen, sagt er: "Allein über die Erotik der Blicke könnte man ein Buch schreiben!" Da seien die, die beschämt weggucken. Die, die ihn böse fixieren. Und die Lächelnden. Buschs bisher schönste Erkenntnis: Die Freundlichen sind in der Mehrzahl.
Feb 13, 2018 - 20:18 by Apollo25
verdammt, zu langsam
Feb 13, 2018 - 20:40 by FunnyCunni
War ne knappe Kiste.
Feb 13, 2018 - 20:15 by gwambadauhu
Wäre sehr cool wenn der auch noch einen Blog oder ähnliches aufmacht, hört neben sicher wahnsinnig viel müll wahrscheinlich auch einige tolle geschichten
Feb 13, 2018 - 23:20 by unihumi
Meine Kollegin hat den letztens fotografiert. Er macht das nicht "einfach so", sondern jeder, der mit ihm reden möchte, muss schriftlich seine Rechte abtreten, damit der Typ das Gespräch aufzeichnen kann. Er will später daraus ein Buch schreiben (oder einen Doku-Film drehen. Genau weiß ich's gerade nicht mehr).

Die Story zu dem Typen (mitsamt den Fotos) findet Ihr auf kiekmo.hamburg
Wenn gewünscht, erinnere ich Interessierte dann noch mal daran.
Feb 13, 2018 - 23:21 by unihumi
EDIT: Die Story ist noch nicht live. Ich sag dann noch mal Bescheid.
Feb 13, 2018 - 20:14 by Rah
Sozusagen Domian 2.0?
Feb 13, 2018 - 22:17 by Rumpelstiltskin
Ist er der Bruder von Zuschauer?
Feb 13, 2018 - 23:14 by r0boter
Direkt vor meiner Tür.
Feb 16, 2018 - 14:20 by unihumi
Hier noch eine kleine Geschichte über ihn.

https://kiekmo.hamburg/christoph-busch-der-zuhoerer-von-der-emilienstrasse-11090
Feb 14, 2018 - 09:12 by WhatsApp
würde Verschwörungstheorien erzählen
Feb 13, 2018 - 23:48 by hoboFox
Hm da könnte man ja echt mal mit der U2 hin. Nur irgendwie blöd das man aufgezeichnet wird, müsste man mal eruieren wie genau das abläuft.
Feb 13, 2018 - 21:59 by Dork
"Bringen Sie Ihren Rücken auf Vordermann".
Nein, danke. Da haut mir der Vordermann bestimmt eine rein.
Feb 13, 2018 - 20:17 by Thygrim
Der ist hier bei mir direkt um die Ecke
Feb 13, 2018 - 20:51 by 93bier
Würde ihm erzählen, dass er ein Hurensohn ist. Nein Spaß, dafür habe ich ja euch, ihr Hurensöhne!
Feb 13, 2018 - 20:18 by liquad
wie es mir auf den Sack geht das die Leute den ganzen scheiß Text hier rein Kopieren. erstmal eine Halbe Stunde Scrollen....
Feb 13, 2018 - 20:21 by Eisenwampe
Ich wurde darum gebeten.
Shit happens
Feb 13, 2018 - 20:26 by Katzenshaisfisch
Brauchst du erste Hilfe?
Feb 13, 2018 - 22:07 by liquad
Nein aber es fuckt einfach ab nur weil irgend welche Mongos nicht auf den Link klicken wollen. Ist ja schlimmer als Weiber bei ihrem ersten Mal.